Chip-CeBIT-Awards für Firefox und Neelie Kroe

GEMA bekommt die "Bremse des Jahres" auf der CeBIT


Zum 19. Mal wurden am gestrigen Abend in Hannover die CeBIT-Awards der Redaktion der Computerzeitschrift Chip verliehen. In guter Tradition begrüßte die Moderatorin der Veranstaltung, Radka Kaspar, die Teilnehmer wie auch im Vorjahr in nicht weniger als sieben Sprachen, darunter auch mit einigen Worten türkisch, der Sprache des diesjährigen Partnerlandes der CeBIT. Zusammen mit Thomas Pyczak, Chefredakteur von Chip, verlieh sie insgesamt fünf Awards, wiederum in etwas anderen Kategorien gegenüber den Vorjahren. Und auch in diesem Jahr gab es wieder einen speziellen Preis, die berühmt-berüchtigte "Bremse".

EU-Kommissarin Kroes ist "IT-Persönlichkeit 2011"


Zum Produkt des Jahres hat Chip den Internetzugang über den Wolken gekürt. Lufthansa Flynet hat die Redaktion gewählt, da Lufthansa nun das verwirklicht habe, was der amerikanische Flugzeugbauer Boing schon vor Jahren versucht hat. Auch die Preise bezeichnete die Chip als "fair", liegen sie doch niedriger als in manchem Hotel am Boden. Lufthansa kündigte im Rahmen der Preisverteilung übrigens an, den Service binnen der nächsten 12 Monate auch auf Kurz- und Mittelstreckenflüge auszuweiten.

Zur Marke des Jahres wurde Firefox und der gleichnamige aus einem Open Source-Projekt hervorgegangene Browser gewählt. Die Chip prämierte die "einzigartige Entwicklung von einem Open-Source-Projekt zu einer großen, fortschrittlichen und vertrauenswürdigen Marke." Firefox stehe heute für freie Software und das Ende der Dominanz des Internet Explorers.

Als IT-Persönlichkeit des Jahres 2011 wurde die Kommissarin für die digitale Agenda der EU, Neelie Kroes, gewählt. Frau Kroes stehe für Fairness und Hartnäckigkeit und habe dies schon als Wettbewerbskommissarin in den Verfahren gegen Intel und Microsoft gezeigt. Frau Kroes hat sich nun die spürbare Regulierung beim Daten-Roaming innerhalb der EU vorgenommen, Chip wolle Frau Kroes hier ermutigen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, die Kostenfallen und überhöhten Preise beim Daten-Roaming zu beseitigen.

Weitere Preise gingen zudem an Jeff Jarvis in der Kategorie "Special Award" und das Open Data Network als "Initiative des Jahres".

GEMA ist die "Bremse des Jahres" - nicht nur für die Musikindustrie

Auch in diesem Jahr ließ es sich die Redaktion der Chip nicht nehmen, die "Bremse des Jahres" zu verleihen - mittlerweile zum zehnten Male. Gestern ging der Preis an die GEMA. Diese habe sich bei der "Durchsetzung des komplexen deutschen Urheberrechts-Systems nicht nur als enorme Bremse im digitalen Zeitalter erwiesen, sondern dabei sogar den von ihr vertretenen Künstlern finanziellen Schaden zugefügt." Aufgabe der GEMA ist die (gerechte) Entlohnung der Künstler für ihre kreative Leistung, genau dies gelänge der GEMA in der digitalen Welt noch nicht.

Es gibt zwar Abkommen zwischen der GEMA und kleineren Videoportalen, im Umgang mit dem Internet-Riesen YouTube ist dies aber anders: "Vor einem Jahr verhandelten GEMA und YouTube bereits. Die GEMA beharrte auf ihrer Forderung nach einem Cent-Betrag für jeden Klick auf ein Musikvideo und orientierte sich dabei am Gebührenmodell für Kauf-CDs", so die Chip-Redaktion weiter. Für Webportale sei dieses Modell weder sinnvoll noch bezahlbar. Die Folge können wir jeden Tag live sehen: Ein Großteil der Videos ist gesperrt oder ohne Ton oder es existieren illegale Kopien fragwürdiger Qualität. "Für die Mehrheit der deutschen Musikschaffenden ist der weltweit wichtigste Video-Kanal bis heute nicht nutzbar: Sie verdienen an YouTube keinen Cent - im Gegensatz zu ihren Kollegen in Italien, Frankreich oder England zum Beispiel, wo es längst praktikable Regelungen für On-Demand-Musik aus dem Internet gibt", so die Chip-Redaktion.

Chip folgert weiter: "Das ist eine Lose-Lose-Situation, für die nach Ansicht der Jury die GEMA die Hauptschuld trägt."

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Stevee